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Framing und Storytelling

Fortbildungsmaterial | Fach- und Lehrkräfte | Methodik und Didaktik

Kontexte erstellen

Framing und Storytelling sind hervorragende Methoden, Unterricht und Lernsituationen in der Kita lebendig zu gestalten. Framing bedeutet, Dinge in einem vorgegebenen Rahmen zu kontextualisieren und mit neuer Bedeutung zu versehen. Gemeinsam mit der Methode Storytelling können die Kinder Framing nutzen und spannende Geschichten entwickeln.

Können wir die Situation mit anderen Augen betrachten, um dadurch ein ganz anderes Erlebnis zu erzielen?

Einführung
Lernprozesse werden oft richtig spannend, wenn sie in Geschichten eingebettet sind. Dafür können wir digitale Geräte und Tools gezielt einsetzen, da sich mit ihnen hervorragend Geschichten entwickeln und durchleben lassen. Wir bauen sozusagen einen Rahmen (Framing) um das digitale Gerät oder System und erweitern damit die Einsatzmöglichkeiten. Impulsfragen der Lernbegleitung können Kinder darin unterstützen, eine Geschichte innerhalb des gesetzten Rahmens zu entwickeln
Aktivität

Blue-Bot

Der Lernroboter Blue-Bot unterstützt schon bei ganz kleinen Kindern den Einstieg ins Programmieren und algorithmische Denken. Durch einfache Pfeilbefehle lässt er sich gezielt durch den Raum steuern. Während es schnell langweilig werden kann, den Roboter nur von einem Ende des Raums an das andere Ende zu steuern, ist es für Kinder hoch spannend, wenn der Blue-Bot auf diesem Weg ein Abenteuer erlebt. Herausforderungen werden beherzt angenommen und Hürden mutig überwunden.

Binden Sie das digitale Werkzeug Blue-Bot in immer neue Kontexte ein unterstützen sie so Ihre Kinder, auf eine lustvolle Art erste Kompetenzen im Programmieren zu erwerben.

Basteln sie mit den Kindern ein Kostüm für den Blue-Bot und erfinden Sie eine passende Geschichte. Der Hersteller TTS gibt auf seiner Website Bastelanleitungen.

ScratchJr

ScratchJr bietet viele Charaktere und Objekte zur Auswahl an, die man einsetzen und steuern kann. Beispiel: Ein Mädchen (Rotkäppchen) bewegt sich durch den Wald mit einem Korb in der Hand. Auch ein Wolf bewegt sich durch den Wald.

Man kann mehrere Bühnenbilder auswählen, um die Szenen zu wechseln und die Geschichte als kleinen programmierten Film darzustellen.

Alternativ könnte man auch Rotkäppchen durch ein Labyrinth im Wald laufen lassen, das versuchen muss, ans Ziel zu gelangen, ohne dass der Wolf es erwischt (ähnlich dem beliebten Spiel PacMan).

Ozobot

Der kleine Lernroboter Ozobot ist ein tolles Werkzeug, mit dem Kinder kreative Geschichten entwickeln können (Storytelling) und sich nebenbei spielerisch mit Programmierung und Code auseinandersetzen.

Aus kleinen Plastik-Gläschen können die Kinder Kostüme basteln. Der Ozobot wird als Held, Heldin oder nach Belieben „geframt“ und begibt sich auf Abenteuerreise. Während des Entwickelns und Durchlebens einer Story lernen die Kinder, den Roboter durch den gezielten Einsatz von Codes zu programmieren und zu steuern.

In echt

Storytelling und Framing finden sich auch in unserer Lebenswelt und Gesellschaft wieder. Durch die Wahl des „frames“ kontextualisieren Sie ein Thema nach Belieben. Ein Beispiel aus der Politik: Während „Flüchtlingskrise“ oder „Flüchtlingswelle“ als „framing“ ein Bild von Katastrophe und negative Gefühle hervorruft, weckt die Formulierung „Menschen auf der Flucht“ eher Empathie und Mitgefühl. Auch pädagogischen Alltag hat die Wahl der Formulierung unterschiedliche Wirkungen: „Hanna hat noch immer nicht gelernt, Seil zu springen“ impliziert, dass Hanna längst Seil springen können müsste, während „Hanna übt fleißig Seilspringen“ die hohe Motivation und den Prozess des Übens hervorhebt.